Kino
Mi 17.10.2018

ER SIE ICH

19:00 Uhr | Studio 17 | Regiebesuch von Carlotta Kittel
6 / 5 Euro
Einlass: 18:30 Uhr

In Kooperation mit "Frauen helfen Frauen e.V." mit Besuch der Regisseurin Carlotta Kittel

Zwei Menschen, zwei Wahrnehmungen, zwei Erinnerungswelten. Liebten sich Angela und Christian? Waren sie fest zusammen? Welche Erwartungen hatten sie aneinander? Auf alle Fragen gibt es zwei widersprüchliche Antworten. Fest steht: Die beiden lernten sich 1986 in Berlin kennen. Als Angela schwanger wurde und sich für das Kind entschied, brach der Kontakt ab.
25 Jahre später stellt die Tochter, Carlotta Kittel, als Regisseurin eine Kamera auf. Sie interviewt Christian, sie interviewt Angela. Dann spielt sie ihnen die Aufnahmen der/des jeweils anderen vor. Und plötzlich entsteht eine Dynamik zwischen den beiden Eltern, ohne dass sie sich tatsächlich begegnen. Das Vergangene wird im Spiegel des Hier und Jetzt neu aufgerollt. Zwischen die gefühlten Wahrheiten mischen sich wahre Gefühle.
ER SIE ICH ist ein Film über die Macht, die eigene Geschichte zu erzählen, und die Machtlosigkeit, eine zweite Version dieser Geschichte zu verhindern. Ein Gespräch, das nie geführt wurde.

 

Regiekommentar von Carlotta Kittel
Das Persönliche ist politisch – dieser Gedanke bestimmt meine Arbeit. Um gesellschaftliche Verhältnisse zu verstehen, können wir weit in der Ferne suchen oder bei uns selbst beginnen. ER SIE ICH nimmt seinen Ausgang im Persönlichen, ist jedoch nicht autobiographisch zu verstehen. Es ist auch kein Film über meine Eltern, da nur ein kleiner Teil dessen berührt wird, was das Leben der beiden ausmacht. Aber natürlich waren das Vertrauen meiner Eltern und ihre Offenheit die Voraussetzung für die Entstehung des Films. Mir ging es vor allem um eine Auseinandersetzung mit Wahrnehmung und Erinnerung sowie um die Rolle von Sprache in zwischenmenschlichen Begegnungen. Im Zentrum stand dabei das in der Montage konstruierte Gespräch zwischen zwei Personen, die räumlich getrennt sind. Kein Interview, sondern ein Dialog. Mit dem Film möchte ich einen Austausch schaffen, der Empathie und Distanz ermöglicht. Diese Dynamik prägt letztlich jede Beziehung.

 

DE 2017
Regie: Carlotta Kittel
Dokumentarfilm
88 Minuten

 

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